Field Recording · Eigene Library

53 Takes
für eine Handvoll brauchbarer Aufnahmen.

Ein Jet klingt gewaltig. Ein Jet mit vier Leuten, die darunter reden, klingt nach vier Leuten, die reden. Dieser Unterschied ist die ganze Arbeit an so einem Tag, und der Grund, warum ein einziger brauchbarer Vorbeiflug einen Nachmittag kostet.

Das Stereo-Setup auf dem Stativ in einer Wiese, weit dahinter der Flugplatz Altenrhein und die Zuschauerreihe
Das Setup, und die Zuschauerreihe dort, wo sie hingehört
Session
100 Jahre Altenrhein
Datum
29. Aug 2026
Rohaufnahmen
53
Bearbeitet
138
Setups
Richtrohr + Stereopaar
Format
192 kHz / 32 bit

Warum überhaupt hinfahren

Flugzeuge gibt es in jeder Sound-Library, und genau das ist das Problem: dieselbe Handvoll Jets steckt in tausend Spielen. Ein Flugplatz, der sein hundertstes Jahr feiert, schickt an einem einzigen Nachmittag einen Militärjet, einen Hubschrauber, eine Reihe Propellermaschinen und einen Zeppelin über dasselbe Feld. In keiner Library steckt dieser Nachmittag.

Zwei Setups, zwei Aufgaben

Ein Richtrohrmikrofon auf dem Stativ zielt auf das, was fliegt, und blendet das meiste andere aus: es ist das, was dem Flugzeug über den Himmel folgt. Ein Stereopaar bleibt stehen und nimmt das ganze Feld: die Breite, die Entfernung, die Art, wie ein Überflug von einer Seite zur anderen wandert. Alles hier wurde mit 192 kHz, 32 Bit Float aufgenommen, und genau darum geht es: ein Vorbeiflug, zwei Oktaven heruntergepitcht, muss immer noch zusammenhalten.

Die eigentliche Schwierigkeit

Es sind nicht die Flugzeuge. Es sind alle, die gekommen sind, um sie anzuschauen. Eine Menschenmenge, ein Kommentator über Lautsprecher, Autotüren, ein Hund. Das alles landet in derselben Aufnahme wie das, wofür man gekommen ist, und nichts davon lässt sich hinterher entfernen. Die Arbeit ist also körperlich: weg von den Leuten, das Feld zwischen sich und die Tribüne legen, das Mikrofon dorthin richten, wo der Lärm nicht ist, und dieselbe Art Überflug wieder und wieder aufnehmen, bis einer sauber ankommt.

Aus 53 Rohaufnahmen wurden 138 brauchbare Dateien. Die mit Stimmen darin habe ich behalten und ehrlich beschriftet, denn eine Menschenmenge auf einem Flugplatz ist für sich genommen ein nützlicher Sound, nur eben nicht der gesuchte.

Was der Tag hergab.

Sechs von 138, jeder fürs Web gekürzt. Der Dateiname darunter ist der Name, mit dem er ausgeliefert wird. So sieht UCS-Benennung in der Praxis aus.

Und was es fast ruiniert hätte.

Drei Aufnahmen, die das Hindernis zeigen, statt es zu beschreiben. Es sind drei verschiedene Takes, nicht ein Take in drei Varianten.

Der Tag, in vier Bildern.

  • Der Recorder und zwei Mikrofone sind am Zaun des Flugplatzes festgeklemmt, dahinter die Berge
  • Vier Propellermaschinen in Formation ziehen Rauchfahnen über den Himmel
  • Im Vordergrund eine leere grüne Wiese, die Flugplatzgebäude und das Publikum nur noch als Linie am Horizont
  • Ein Hubschrauber Bell UH-1 steht vor den Hangars auf dem Vorfeld, das Rotorblatt hängt durch

Der Rest des Jahres.

Eine Flugshow ist die laute Ausnahme. Der Großteil der Library entsteht an Nachmittagen wie diesen: ein Waldweg, ein Steinbrunnen mit laufendem Wasser, ein Weiher, eine Wiese. Die Aufnahmen davon stehen auf der Startseite und auf der Sounddesign-Seite; das hier sind die Orte, aus denen sie kommen.

  • Ein Recorder im Fellwindschutz liegt auf einem Mopedsitz mitten auf einem Waldweg
  • Ein Recorder vor einem alten Steinbrunnen, in den ein dünner Wasserstrahl läuft
  • Eine Hand hält einen Recorder in Richtung Weiher, am anderen Ufer Bäume und ein Dorf
  • Ein Recorder im Windschutz liegt im hohen Wiesengras, dahinter Hügel und ein Weg

Brauchst du einen Sound, den sonst niemand hat?

Wenn dein Spiel etwas Bestimmtes braucht, eine Maschine, einen Ort, ein Tier, eine Tür, die es nur in einem einzigen Gebäude gibt, kann man das aufnehmen statt lizenzieren. Sag mir, was es ist.